Weltgebetstag der Frauen

Eine große Welle machen für die Schöpfung

Wir sind „wunderbar geschaffen“! Und die Schöpfung mit uns – was für eine positive Sichtweise vermittelt dieser Titel des Weltgebetstags von Christinnen der pazifischen Cookinseln.
Er ist das Leitmotiv der Gottesdienstordnung für den 7. März 2025. Angesichts vielfältiger Krisen fällt es uns in Deutschland vielleicht nicht ganz leicht, das auch über uns zu sagen, selbst wenn wir uns als Gottes Geschöpfe verstehen: „ wunderbar geschaffen!“. Vielleicht sind wir unzufrieden mit dem eigenen Aussehen, nur weil es nicht perfekt ist. Oder wir sehen bei aller berechtigten Sorge um die Welt nicht mehr, wie wunderbar sie ist.
Aber das Zitat aus Psalm 139, der die vorliegende Gottesdienstordnung wie ein roter Faden durchzieht, will uns mit hineinnehmen in dieses positive Lebensgefühl: „Wunderbar geschaffen!“. Es ist eine Feststellung, ein Glaubenszeugnis, aber auch ein Dank und eine Einladung der Geschwister von den Cookinseln, die Welt mit ihren Augen zu sehen, ihnen zuzuhören. Und dabei auch die Kultur der Maori kennenzulernen, der indigenen Bevölkerung.
Meditation zum Titelbild:
"Nähme ich Flügel der Morgenröte und bliebe am äußersten Meeer... ...ich wäre bei euch, Schwestern der Cookinseln."
Kia orana!
Umgeben von Meeresrauschen und inmitten des Blumenmeers, betört von dessen Duft, geschmückt mit Haarkranz und Blumenkette setze ich mich zu euch in den Schatten der Kokospalme, die euch Lebensbaum ist.
Ich bewundere die Tivaevae – Decke, die ihr näht. Wertvolle Steppdecken, die euch zur Geburt geschenkt werden und ein Leben lang zu euch gehören.
Ihre Motive sind farbenprächtig und blumig, sie fertigzustellen dauert lange und sind das Werk vieler Hände, die Wunderschönes erschaffen. Genäht mit Fäden, die verbinden.
Ich lasse mich hineinnehmen in eure Gemeinschaft, und erfahre, wie ihr Wissen und Handwerk von Generation zu Generation lebendig erhaltet. Mein Blick schweift in die Ferne.
Am Horizont entdecke ich ein Boot, ihr nennt es Vaka. Auf einem gehissten Segel entdecke ich ein Kreuz.
Ich halte inne, fühle mich verunsichert: Was hat das Kreuz euch in der Vergangenheit angetan? Was Geschenkt?
Ich bitte die Ewige, meine Ohren und mein Herz zu öffnen. Ich will hören, verstehen, lernen. Mit euch beten: „Lebendige, mit all unseren Wegen bist du vertraut.
Von hinten und von vorn hälst du uns umschlossen und legst deine Hand auf uns“. Wunderbar ist diese Erkenntnis – unbegreiflich. Wertvoll wie die schwarzen Perlen, die euch schmücken.
Am äußersten Meer komme ich zur Ruhe, mein Atem fließt mit den Wellen, ich verliere mich in der Unendlichkeit des Horizonts.
Und nachts beim Blick in den Sternenhimmel vermag ich einen Augenblick, der Schöpfung über die Schulter zu gucken.
Der Klang der Ukulele, der Rhythmus der Trommeln lassen meine Haut durchzieht Raum und Zeit tanzen.
Die Morgenröte leuchtet – und in ihr die Gewissheit: „Ewige, wir erwachen – und sind immer noch bei dir“.